Donnerstag, 19 Okt 2017
Chronik

1958/59
Im Jahr 1958 fangen zwei Föhla aus der Mädchengruppe „Stella Maris“ und Burschen aus der damaligen Katholischen Landjugend unter ihrem Obmann Michael Fink an, Volkstänze einzustudieren. Er erfüllt das Amt des Vorstandes, sowie des Gruppenleiters und des Vereinsmusikanten. Er musiziert bis heute und er ist eines der bis heute aktiven Gründungsmitglieder im Verein.
Die Tracht besteht damals noch aus Lederhose und Musikerlaible, bzw. aus erneuerter Staufner Tracht (kurze Röcke und Radhaube).
Aus den kleinen Anfängen im Volkstanzkurs resultieren bald öffentliche Auftritte in Oberstaufen, Weiler und Lindenberg. Auch ein erster eigener Proberaum kann genutzt werden. Er befindet sich im neuen Kindergarten.


1960-63
Die kleine Gruppe entwickelt sich zum Verein und begeht ihren ersten Umzug zur 700-Jahrfeier der Stadt Immenstadt (1960).
Mit Tanzveranstaltungen findet die Volkstanzgruppe ein finanzielles Standbein für viele Jahre. Um ihre tänzerische Qualität zu verbessern, besucht das Tanzlehrerpaar Hofer regelmäßig die Volkstanzproben. Das Tanzrepertoire wird vergrößert und damit können immer mehr Auftritte wahrgenommen werden.


1964-67
Die Volkstanzgruppe erlangt immer mehr europaweite Bekanntheit. Sie reist nach Berlin (1964) und Frankreich und nimmt an der Europeade in Dortmund (1965) teil. Auch im Ort vergrößert sich der Tätigkeitsbereich. Man legt an Fronleichnam den ersten Blumenteppich und trägt den ersten Erntedankkorb zum Altar.
Natürlich kommt auch die Geselligkeit innerhalb des Vereins nicht zu kurz. Es wird auf Ausflüge gefahren, Fasching gefeiert und auf Hochzeiten der Mitglieder getanzt.







1968-71
Der Markt Oberstaufen feiert sein 1100-jähriges Bestehen (1968) und die Volkstanzgruppe wird für zwei Filmaufnahmen engagiert: eine Dokumentation über die Allgäuer Bauernhochzeit und ein Film mit Musik und Tanz am Paradies (1969). Auch zur nächsten Europeade in Antwerpen wird die Volkstanzgruppe geladen (1971).
Außerdem entwickelt sich mit der ersten Einladung zu einem Staufner Heimatabend (1970) eine Tradition, aus der die Volkstanzgruppe bis heute nicht mehr wegzudenken ist.


1972-74
Am 13.07.1972 wird die Landjugend wegen Mitgliedermangel aufgelöst. Die Volkstanzgruppe wird offiziell gegründet. Der Vorstand heißt nun Martin Rasch, Michael Fink bleibt Gruppenleiter. Eine schriftliche Satzung wird 1974 nachgereicht.
Der Verein reist zu Luis Trenker nach Südtirol und tanzt den Bandltanz vor der Kamera.


1975-79
Die Föhlatracht wird mit einem Plisseerock ausgestattet, der in einem Nähkurs bei Helene Witzigmann selbst genäht wird (1975). Aber auch die Männer kommen nicht zu kurz. Sie bekommen eine Joppe, die ab jetzt bei den Staufner Vereinen einheitlich ist (1977).
1979 werden anlässlich des Oktoberfests noch Trachtenschirme und Männerhüte angeschafft, um die Tracht für das große Ereignis zu komplettieren.


1980-82
Die Volkstanzgruppe nimmt 1980 zum ersten Mal am Oktoberfestumzug teil. Dies soll sich nun noch fünfmal wiederholen (1985, 1993, 1996, 2000, 2004), so dass man im Jahr 2008 nun schon den siebten Oktoberfestumzug in der Geschichte der VTG verbuchen kann. 
Im Jahr darauf wird außerdem der große Umzug zum Augsburger Plärrer wahrgenommen. Solche Ereignisse in Großstädten sind immer eine gute Präsentationsmöglichkeit sowohl für den Verein, als auch für den Ort Oberstaufen. Deshalb fährt die Volkstanzgruppe 1982 auch auf eine Touristik-Werbefahrt nach Lillebonne in Frankreich und besucht dabei auch Paris.
Im selben Jahr wird der Verein dann auch endgültig eingetragen und erhält das Kürzel „e.V.“.
Auch wird 1980 ein neuer Tanz geboren. Der „Tiroler“, der mit seinen knochenbrecherischen Figuren jeden am Anfang zur Weißglut trieb, sorgt bis heute für Stimmung auf jedem Heimatabend.

1983
Das 25-jährige Bestehen kann gefeiert werden. Zu diesem Anlass wird eine Vereinsfahne angeschafft, mit welcher der Verein jetzt vollständig ausgestattet ist.
Am 18.09. findet der Festakt statt. In einem Umzug mit den Staufner Vereinen und dem Patenverein, der Volkstanzgruppe Thalkirchdorf, marschiert man zur Kirche. Beim folgenden Gottesdienst wird dann auch die Fahne geweiht, bevor es zum Frühschoppen im Kursaal weitergeht.
Wegen den hohen Kosten der Fahne verzichten die Mitglieder sogar eigens auf den wohlverdienten Ausflug. Ein Zeichen dafür, wie wichtig dieses Zeichen des Zusammenhalts für den Verein war und ist.
Außerdem wird in diesem Jahr die Satzung der Volkstanzgruppe Oberstaufen erneuert.


1984-1986
Die VTG zeigt zum ersten Mal bei der Allgäuer Festwoche und beim Steibinger Heimatabend ihr Können und läuft beim Schwabentag in Augsburg am Umzug mit (1985).
1986 verband man den Vereinsausflug nach Zell an der Mosel mit Auftritten beim großen Trachten- und Winzerfest.
1986 gewannen unsere Burschen das erste Mal den Pokal im Tauziehen auf dem Staufner Pfarrfest. Dies zeigt, dass die Volkstanzgruppe durchaus nicht nur tänzerische Talente besitzt.


1987-1989
Wegen der großen Mitgliederzahl (1984 war die Rekordzahl von zwölf neuen Tänzerinnen und Tänzern in den Verein aufgenommen worden) müssen neue Radhauben angefertigt werden. Dafür unterrichtet Agnes Mühlegger , die sich eigens für diesen Anlass die Kunst des Goldstickens angeeignet hat, die Föhla, die Hauben in Handarbeit herzustellen. In zwei Kursen können so 20 Radhauben neu gefertigt wer-
den (1987, 1997).
Die Tanzveranstaltungen finden wegen sinkenden Besucherzahlen ihr Ende. Als Alternative betreibt die Volkstanzgruppe 1988 zum ersten Mal einen Stand am Marktfest. Zehn Jahre später nimmt man den Standbetrieb dann wieder auf und seither heißt es jedes Jahr traditionell: „Kaffee und Kuchen von der Volkstanzgruppe“.
Der Verein ist 1988 auch erneut im Fernsehen zu sehen. 3 Mitglieder treten bei der Silvestershow des ARD-Wunschkonzerts auf.


1990-1995
Die Volkstanzgruppe gestaltet 1990 einen Jugendgottesdienst in der Kirche und im Jahr darauf eine Maiandacht in der Weißacher Pestkapelle, die seither jedes Jahr dort stattfindet.
Wieder einmal finden Filmaufnahmen statt: diesmal wird der „Staufner Francaise“ im Kloster Irsee aufgeführt.
Nach 20-jähriger Amtsausführung bittet 1992 Martin Rasch um Ablösung. Der neue Vorstand heißt nun Karl-Rainer Fink. 1993 ist der Verein im Trachtenkalender des AVA-Verlags zu sehen. Im nächsten Jahr ist die VTG zum 5-Seen-Land-Fest in Inning geladen.


1996-2001
Die Trachtenvereine Fischen und Oberstaufen feiern 1996 ihr 75-jähriges Jubiläum. Und auch die VTG zählt zu den Jubilaren: 1998 feiert man „40 Jahre Volkstanzgruppe Oberstaufen e.V.“.
Der SWR bittet um Aufnahmen zur Sendung „Treffpunkt Abendmelodie“ (2000) und man betreibt das erste Mal einen Stand am Staufner Christkindlesmarkt (2001).
2000 werden wieder Hauben gefertigt. Federführende ist diesmal jedoch Roswitha Köhler. Im Jahr 2001 wechselt erneut der Vorstand und Florian Hehle tritt ins Amt.


2002-2005
Der Verein ist drin... im Internet. Eine Vereinshomepage wird geschaltet, so ist er nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
2002 nimmt Oberstaufen beim Städteduell „Bayern Champions“ teil. Auch eine Föhl der Volkstanzgruppe ist, neben einigen Vereinsmitgliedern im Publikum, mit dabei und darf Oberstaufen im Fernsehen repräsentieren. Im gleichen Jahr nimmt der Verein bei Fotoaufnahmen des Allgäuer Anzeigenblattes zum Thema „Lebender Christbaum“ teil. Dies ist eine Gruppenaufnahme, bei der die Menschen „tannenförmig“ aufgestellt werden.
2003 stellt die Volkstanzgruppe auf der Euregio die Vereinstracht vor und feiert 550 Jahre Markt Oberstaufen.
Der ganze Verein ist mit einem Stand dabei und führt auf der Bühne einen, seit langer Zeit ins Vergessene geratenen, Tanz auf: den „Staufner Las“. Um für die nötige Sicherheit zu sorgen, machen die Mitglieder vereinsintern zusammen einen Erste-Hilfe-Kurs.
Außerdem feiert die VTG beim 150-jährigen Jubiläum der Ludwig Süd-Nord-Bahn mit und darf Dampflok fahren und am riesigen Büffet naschen.


2005-2007
2006 fährt die Volkstanzgruppe wieder einmal nach Augsburg, diesmal zum historischen Bürgerfest und läuft beim Schwabenumzug mit.
Außerdem studieren die Paare nach langer Zeit wieder einen neuen Tanz ein. Der Flieger ist eigentlich ein „Plattler“. Durch Einbau einiger Volkstanzelemente wird er jedoch volkstanztauglich gemacht.


2008-2009
Der Verein feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Im Rahmen des Jubiläums wird ein Festtanz mit drei Musikgruppen im Thalkirchdorfer Festaal veranstaltet. Dieser wird die nächsten Jahre ale Martinitanz fortgesetzt. Am Sonntag, 09.11.2009 wird ein Festgottesdienst gefeiert und anschließend in der Trachtenhütte der Festakt begangen und die umfangreiche Chronik vorgestellt. Zur Abrundung des Jubiläumsjahres bringt die Volkstanzgruppe ein Festschrift und einen Jubiläumskrug heraus.